dominika-vodicka.de | Warum es okay ist, sich zu irren
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Warum es okay ist, sich zu irren

In letzter Zeit kommt dieses Thema recht häufig in meinem Umfeld auf, deshalb möchte ich heute gerne etwas dazu schreiben. Vielleicht hast du es auch schon erlebt, du bist felsenfest von etwas überzeugt und möchtest am liebsten die ganze Welt daran teilhaben lassen :). Sei es eine bestimmte Ernährungsweise, eine politische Meinung, etwas im beruflichen Bereich oder bestimmte Werte, die du vertrittst.

Ich kenne das gut, denn ich begeistere mich schnell für etwas. Wenn ich es toll finde, dann begeistere ich auch gern mein Umfeld davon :). Es kam also durchaus schon vor, dass meine Leidenschaft mit mir durchgegangen ist und ich jemanden von meiner Wahrheit überzeugen wollte: “Das MUSST du haben, das ist GENAU das Richtige für dich!” oder “Das ist super schädlich für dich, nimm lieber etwas anderes”. Rückblickend waren das nicht immer die besten Ratschläge.  Das mag dir jetzt vielleicht banal erscheinen und dich zum Schmunzeln bringen. Was aber, wenn es sich um größere, wichtigere Dinge handelt?

Was ist, wenn du einige tausend Euro in ein Studium oder eine Ausbildung investierst oder dir den Hintern für einen vermeintlichen Traumjob abarbeitest, nur um ein halbes Jahr später festzustellen, dass es nicht mehr das ist, was du möchtest?

Das kann noch weiter gehen, z. B. verlegst du deinen Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort der Welt, samt Familie und Hund. Du hast jahrelang davon gesprochen, dass es dein Traum und absolut das Richtige für dich ist und stellst plötzlich fest, dass du dich damit nicht wohl fühlst und lieber wieder zurück möchtest.

Vielleicht hast du auch dein Leben lang alle wissen lassen, dass du NIEMALS eine bestimmte Tätigkeit ausüben würdest, in deinem Lebenskonzept niemals Kompromisse für einen Partner eingehen würdest, niemals in einer großen Stadt leben könntest etc etc. Und eines morgens wachst du auf und dir wird klar, dass du nun genau das willst, mehr als alles andere auf der Welt.

Aber was sollen die Leute sagen?

Ich erlebe immer wieder Menschen, die sich interessante Umstände in ihrem Leben erschaffen, um zum Beispiel eine Prüfung nicht durchführen zu müssen oder um ein Projekt nicht an den Start zu bringen. Und hier spreche ich von Erfahrung, ich war sogar sehr, sehr gut darin. Ich habe mich in Situationen gequält und unheimlich viel Kraft dafür aufgewendet, nur weil ich glaubte, dass ich es tun muss.

Denn: was sollen die Leute sagen, vor allem die, die mich dabei unterstützt haben? Was soll ich denn bloß von mir selbst halten, wenn ich das nicht zu Ende bringe, was ich angefangen habe?

Erst letzte Woche habe ich mit einer wundervollen Frau gesprochen, die eine Weiterbildung absolviert hat, aber weder Zeit noch Nerven investieren wollte, um eine Prüfung abzulegen und einen Abschluss darin zu erlangen. Im Inneren war ihr klar, dass sie für sich alles gelernt hat, was sie braucht und das Gelernte längst anwendet. Ihr war es egal, ob sie dafür nun noch ein Zertifikat erhält oder nicht. Aber von Außen spürte sie enormen Druck, durch Kollegen und ihre Familie. Vielleicht kommen auch dir Sätze bekannt vor wie:

“Du musst zu Ende bringen, was du angefangen hast!”

“Reiß dich doch zusammen, du hast schon so viel investiert!”

“Nie ziehst du etwas wirklich durch!”

“Wie konntest du das denn nicht von vornherein wissen?”

“Was sollen bitte die anderen sagen, wenn du plötzlich deine Meinung änderst?”

Warum also geißeln wir uns selbst und halten an Dingen fest, die wir eigentlich nicht mehr möchten? Wem wollen wir etwas beweisen? Wer, außer dir selbst, hat das Recht zu entscheiden, was du tun oder lassen sollst? Wenn jemand zu dir sagt, dass du immer etwas anfängst und nie etwas zu Ende bringst, sollte das dein Problem sein? Kannst du dir vorstellen, dass dein Gegenüber in dem Moment mit seinen eigenen Ängsten und Vorurteilen konfrontiert ist? Dass du demjenigen in dem Moment spiegelst, dass es auch anders geht und jeder eine Wahl hat?

Vertraue dir bedingungslos

Du hast eine innere, unbeirrbare Weisheit in dir. Uns fehlt meist nur das Vertrauen in uns selbst. Denn bereits in der Kindheit wird uns ins Hirn getrümmert, dass es gewisse Strukturen gibt, an die man sich halten muss. Vorgeschriebene Wege, die nunmal eingehalten werden müssen.

Wie oft habe ich gehört, dass ich Dies und Jenes nicht machen kann, wenn ich dieses und jenes Studium oder Zertifikat nicht habe. Heute kann ich dir sagen, dass ich dennoch alles erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Denn sobald du deiner Vision folgst, ergeben sich unweigerlich Umstände, die dich darin unterstützen.

Vergifte dich nicht mit Scham oder Schuldgefühlen. Niemand weiß besser als du selbst, was gerade richtig und wichtig für dein Leben ist. Und ja, manchmal greifst du mit deinen Entscheidungen so richtig ins Klo, aber auch daraus wird erst eine schlechte Entscheidung, wenn du sie als solche bewertest. Dir ist doch sicher rückblickend auch klar geworden, dass manch vermeintlich ‘schlechte’ Entscheidung zu einem viel besseren Ereignis geführt hat? Vielleicht nicht immer, aber auch das bedeutet nichts.

At any moment you can make a different choice about what you are doing, how you are feeling and what you are focusing on. It's never too late to start over again and make new choices. - unbekannt

Was kannst du tun?

Wie kannst du damit umgehen, wenn du merkst, dass du falsch gelegen hast, aber ein Teil in dir es sich einfach nicht eingestehen möchte?

Es gibt keine falsche Entscheidung oder falsche Situation – du hast die beste Entscheidung getroffen, die dir zu dem Zeitpunkt möglich war, aufgrund der Informationen, die dir zur Verfügung standen. Sieh es mal so, jetzt hast du neue Informationen und hast neue Erfahrungen gemacht. Du triffst nun einfach eine neue Entscheidung. Und es ist wichtig, dass du dir das erlaubst. Völlig egal, was andere dazu zu sagen haben.

Und mal ehrlich, ist nicht das ganze Leben ein Experiment? Woher kannst du denn im Vorhinein wissen, ob DER Job der richtige für dich ist und dich nachhaltig erfüllt? Woher weißt du, ob dieser eine Mensch der ist, mit dem du eine lange Zeit deines Lebens verbringen möchtest? Woher weißt du, ob dir ein Gericht schmeckt, wenn du es nicht selbst probiert hast? Und das Schöne ist: du darfst deine Meinung jederzeit ändern! Denn das ganze Leben verändert sich in jedem Moment. Nichts ist statisch, alles möchte fließen. Und wie wundervoll ist das bitte, wenn wir verstehen, dass wir selbst es sind, die die Begrenzungen in unserem Leben erschaffen?

Natürlich lebst du in einer gewissen Struktur, mit gewissen Abläufen und Richtlinien. Aber nur, weil du dem immer gefolgt bist, heißt das nicht, dass du es bis an dein Lebensende so machen musst. Und ja, vielleicht wirst du verbal gesteinigt für deine neue Wahl :). Vielleicht versteht dich niemand aus deinem Umfeld mehr und man hofft, dass du bald wieder normal wirst und dich wieder in die Schlange einordnest. Das ist ok, jeder bewertet dich aus seinen persönlichen Einschränkungen und Erfahrungen heraus. Und das kannst du so stehen lassen, das ist nicht dein Business.

Deshalb kann ein herzliches ‘Fuck it!’ eine sehr hilfreiche und entspannte Einstellung sein :). Das bedeutet nicht, dass du auf Konfrontation gehst, sondern dass du einfach loslässt. Akzeptiere, dass du mit der aktuellen Situation nicht mehr happy bist und wehre dich nicht dagegen. Spüre hinein, nimm die Gedanken und Gefühle dazu einfach wahr, entscheide dich neu und sieh nach vorn.

Lass dir nicht einreden, dass du verantwortungslos handelst oder damit Schwäche signalisierst. Ganz im Gegenteil, du handelst selbstwirksam und bewusst, wenn du eine Situation erkennst, die dir nicht mehr förderlich ist und du eine neue Entscheidung für dich triffst. Das bringt dir neue Leichtigkeit und setzt wundervolle Energien frei.

Versteh mich nicht falsch, ich spreche hier nicht von fehlendem Durchhaltevermögen oder davon, dass du sofort alles hinschmeißt, sobald es ein bisschen schwierig wird. Das wird dich im Leben wiederum auch nicht weiterbringen, denn darin steckt meist der größte Schatz und ermöglicht uns Wachstum und Veränderung. Ich rede hier von Verschwendung deiner Ressourcen und deiner Lebensenergie. Denn es gibt nichts Blöderes, als an etwas Sinnlosem festzuhalten, nur um anderen zu beweisen, dass sie sich irren oder um jemand anderen zu bestätigen.

Noch einmal zusammengefasst:

  • Wenn dir etwas nicht mehr gut tut und du mit einer Situation nicht mehr glücklich bist, akzeptiere es und zwing dich nicht dazu, es weiter durchzuziehen!
  • Frag dich, ob die Situation noch ein Beitrag für dich ist oder ob es jetzt Zeit ist, die Richtung zu ändern. Führt dich die Situation zu deinem Ziel, bringt es dich deiner Vision näher? Oder hält es dich vielmehr davon ab und sorgt dafür, dass du dich begrenzt und verzettelst?
  • Auch wenn es Panik in dir auslöst und es sich wie Scheitern anfühlt, stell dir vor, ob dein zukünftiges Selbst in fünf oder zehn Jahren nicht dankbar für diese neue Entscheidung sein wird. Triff eine Wahl und steh dazu. Lass dich auf das Leben ein, spiel damit. Vergib dir selbst und geh weiter.
  • Vertraue dir und deiner Intuition und mach einfach. In dem Moment eröffnen sich dir viele neue Möglichkeiten, die du zuvor nicht sehen konntest.
  • Sage dir liebevoll ‘Fuck it’ und lass die anderen reden. Sie kennen deinen Weg nicht und du dienst niemandem damit, wenn du dich einschränkst und dein wahres Potential verkümmern lässt.

Ich freue mich, wenn der Artikel ein Beitrag für dich sein konnte und gerne kannst du mir einen Kommentar hinterlassen und deine Erfahrungen mit mir teilen.

Von Herzen alles Liebe

2 Comments
  • Sabine
    Posted at 06:18h, 19 April Antworten

    Da fällt mir gleich ein: einen Scheiß muss ich 😉…
    Schöne Worte liebe Dominika!
    Dafür ist das Leben da, sich selbst zu erfahren, für sich einzustehen, zu spielen und die Entscheidungen und Wege einfach als Möglichkeiten fürs Jetzt sehen.
    Danke!!!!

    • Dominika Vodicka
      Posted at 07:17h, 19 April Antworten

      Vielen Dank, liebe Sabine, für deine wunderbaren Worte!
      „Einen Scheiß muss ich!“ – ein schönes Mantra für heute :). Alles Liebe, Dominika

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